Politik

12. Femizid – zwei Femizide innerhalb einer Woche – Täter war amtsbekannt

Wien (OTS) – Am Dienstag 16. September wurde eine 44 jährige Frau von
ihrem
Ehemann erschossen. Heute, drei Tage später ist auch die Tochter des
Femizidopfers an den schweren Kopfverletzungen verstorben. Wir
beklagen zwei Frauen, die durch einen Gewalttäter ihr Leben verloren
haben und drei Waisenkinder hinterlassen mussten.

Laut Medienberichten war der Täter seit Jahren amtsbekannt. 2014
erhielt er bereits Betretungsverbot und ein behördliches Waffenverbot
und es gab weitere Gewaltverbrechen seinerseits. Die getötete Frau
hat sich bereits einmal hilfesuchend an ein Wiener Frauenhaus gewandt
und nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte, flüchtete sie vor
Angst in die Wohnung ihrer Tochter.

Dieser Täter hat offensichtlich jahrelang seine Frau und seine
Familie tyrannisieren können, ohne gestoppt zu werden! Ein
unvorstellbarer Alptraum für Frau und Familie.

Wir fordern daher von der zuständigen Regierung eine sofortige
politische und behördliche Aufklärung dieser Femizide mit folgenden
Fragen:

1. Wie kann es sein, dass die Opfer nicht geschützt werden konnten?

2. Was wurde nach dem Waffenverbot und dem Betretungsverbot
unternommen?

3. Wurde das Risiko und die Gefährlichkeit dieses Täters von den
involvierten staatlichen Behörden und Gewaltschutzeinrichtungen
geprüft? Wenn ja mit welchen Tools und Ergebnissen?

4. Gab es eine polizeiliche Fallkonferenz? Wenn ja, was waren die
Konsequenzen daraus?

5. Welche und wie viele Gewaltverbrechen hat er vorher noch begangen?
Gab es bereits Vorstrafen etc.?

6. An wie viele Opferschutzeinrichtungen haben sich die betroffenen
Frauen und Familienangehörigen vorher gewandt?

7. Gab es Gefährdungsmeldungen von Schulen an das Amt für Kinder und
Jugendhilfe?

Jeder Femizid muss verhindert werden! Daher müssen die Lücken im
System aufzeigt und geschlossen werden.

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