Wien (OTS) – Dies ist gleichzeitig der Beginn des
Vereinigungsprozesses mit der
Bayerischen Ordensprovinz, welcher im Jänner 2026 abgeschlossen sein
wird.
Der Orden der Barmherzigen Brüder gliedert sich derzeit in
weltweit 18 Provinzen. Deren Grenzen verändern sich immer wieder,
auch durch das künftige Zusammengehen der Bayerischen und der
Österreichischen Ordensprovinz.
Dieses Zusammengehen zur „Ordensprovinz Europa Mitte“ bezieht
sich zuallererst auf die Provinz, die Brüder, dann die Verwaltung des
brüderlichen Bereichs und der Leitungsgremien. Die apostolischen
Werke – also die Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen,
Krankenhäuser, Lebenswelten, Hospize und viele andere Einrichtungen
des Gesundheits- und Sozialsystems – sowie die Konvente der
Barmherzigen Brüder sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt
betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es
keine Änderungen. Ebenso bleibt die Rechtspersönlichkeit der
Ordensprovinz erhalten, die in Österreich aufgrund des Konkordats von
1933 die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts innehat.
Zwtl.: Vereinigungsprozess zweier Ordensprovinzen
Dies ist der Beginn eines Prozesses, der in das Zusammengehen der
bisherigen Österreichischen Ordensprovinz mit Konventen und
Einrichtungen in Österreich, der Slowakei, Tschechien und Ungarn mit
der Bayerischen Ordensprovinz zu einer gemeinsamen Ordensprovinz
münden wird. Dieser Prozess wird im Jänner 2026 durch ein gemeinsames
Provinzkapitel abgeschlossen, bei dem der künftige Provinzial sowie
die brüderlichen Leitungsorgane gewählt bzw. ernannt werden.
„Ich bin überzeugt, dass diese Schritte unsere brüderliche
Gemeinschaft stärken, unsere Ressourcen bündeln und wir Brüder noch
enger zusammenarbeiten werden. Wie bisher werden wir gemeinsam mit
unseren künftig ca. 25.000 Mitarbeitenden in fünf mitteleuropäischen
Staaten an der Vision unseres Ordensgründers Johannes von Gott
arbeiten: ‚Das Leben von Menschen verbessern!‘“, ist sich Frater Saji
Mullankuzhy OH, Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz,
sicher.
Frater Rudolf Knopp, Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz,
ergänzt: „Für die Mitarbeitenden ändert sich im Arbeitsalltag nichts,
alle arbeitsrechtlichen Pflichten und Rechte bleiben bestehen. Und
doch entsteht durch diesen Zusammenschluss für die Mitarbeitenden und
auch die Brüder etwas Neues: eine größere Gemeinschaft, mehr
Miteinander, mehr Austausch und eine gemeinsame Zukunft. Denn gerade
unsere Vielfalt ist kein Gegensatz, sondern unsere größte Stärke auf
dem Weg in die Zukunft.“
Auch das Abschlussdokument des 70. Generalkapitels des Ordens der
Barmherzigen Brüder aus dem Herbst 2024 betont die Notwendigkeit
einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Provinzen des Ordens.
Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Ressourcen gemeinsam zu verwalten
und auf globale Herausforderungen mit vereinten Kräften zu reagieren.
Diese Kooperation soll durch gemeinsame Projekte, Austauschprogramme
und koordinierte Leitlinien auf struktureller und spiritueller Ebene
vertieft werden.
Der Provinzial sowie die künftige Provinzleitung und die weiteren
Amtsträger wie Definitoren, Prioren oder Provinzökonom werden im
Jänner 2026 bei einem gemeinsamen Provinzkapitel der Brüder aus
Bayern, Österreich, Tschechien, der Slowakei sowie Ungarn gewählt,
bzw. ernannt. Der Sitz des Provinzialates der künftigen Ordensprovinz
Europa Mitte wird in Wien sein.
Zwtl.: Über die Barmherzigen Brüder
Die Bayerische und die Österreichische Ordensprovinz sind zwei
von derzeit weltweit 18 Ordensprovinzen. Die Barmherzigen Brüder sind
in 55 Staaten mit 439 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von
weltweit 965 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 65.000 haupt- und
35.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden.
Nach dem Vorbild des Ordensgründers, des Heiligen Johannes von
Gott (1495-1550), betreuen die Barmherzigen Brüder Menschen
ungeachtet der Herkunft, der Religion, des Geschlechtes oder des
sozialen Status und wollen nach ihren Möglichkeiten für alle
Hilfesuchenden verfügbar sein. Ein Kennzeichen des Ordens ist der
Versuch, mit innovativen und nachhaltigen Lösungen drängenden
Problemen im Gesundheits- und Sozialbereich zu begegnen und diese mit
Professionalität und christlicher Nächstenliebe umzusetzen.
In der künftigen gemeinsamen Ordensprovinz mit Standorten in
Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die
Barmherzigen Brüder gemeinsam mit fast 25.000 Mitarbeiter*innen
Krankenhäuser sowie zahlreiche weitere Sozial- und
Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für
Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke,
Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen. In diesen Einrichtungen
gibt es fast 5.800 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze
für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit
Behinderungen betreut und annähernd 1.000 Menschen in Berufen des
Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet.