Politik

Digital News Report 2026

Salzburg/Wien (OTS) – Die Nachrichtennutzung in Österreich befindet
sich in einem
anhaltenden Strukturwandel, der sich entlang der Altersgruppen
ausdifferenziert. Dies geht aus den aktuellen Detailergebnissen des
Digital News Report 2026 für Österreich hervor, die der Fachbereich
Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg als nationaler
Kooperationspartner des Reuters Institute for the Study of Journalism
(University of Oxford) vorlegt. Der Erhebung liegt eine Online-
Befragung von 2.025 Personen ab 18 Jahren zugrunde (Feldzeit: 9.
Jänner bis 4. Februar 2026). Die Ergebnisse sind repräsentativ für
die österreichische Online-Bevölkerung ab 18 Jahren. Drei Befunde
treten in der diesjährigen Erhebung besonders hervor.

Zwtl.: Fernsehen weiterhin führend, soziale Medien an zweiter Stelle

In der Gesamtbevölkerung bleiben klassische Fernsehnachrichten
mit 29,7 Prozent die meistgenannte Hauptnachrichtenquelle. An zweiter
Stelle folgen soziale Medien (18,3 Prozent), die Radio-Nachrichten (
13,3 Prozent) sowie die Websites und Apps von Tageszeitungen (12,7
Prozent) hinter sich lassen. Bemerkenswert ist die Aggregationsebene
dieses Befundes: Über alle Altersgruppen hinweg rangiert eine
plattformvermittelte Quelle damit bereits an zweiter Position. In der
Binnendifferenzierung nach Alter verschiebt sich dieses Verhältnis
erheblich – in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen stellen soziale
Medien mit 46,7 Prozent die dominierende Hauptnachrichtenquelle dar (
2025: 33,1 Prozent), während die Bedeutung des Fernsehens in dieser
Kohorte auf 13,7 Prozent zurückgeht.

Zwtl.: Vertrauensniveau stabilisiert sich auf moderatem Niveau

Der Anteil der Befragten, die der Aussage „Den meisten
Nachrichten kann man die meiste Zeit über vertrauen“ zustimmen, liegt
2026 bei 39,3 Prozent und damit nahezu unverändert gegenüber dem
Vorjahr (40,6 Prozent); die Differenz von 1,3 Prozentpunkten liegt
innerhalb der für nicht-probabilistische Stichproben anzunehmenden
Schwankungsbreite und ist nicht als belastbarer Rückgang zu
interpretieren. Der Anteil ablehnender Antworten ist mit 29,0 Prozent
konstant. Damit setzt sich der in den Vorjahren beobachtete
Vertrauensverfall nicht weiter fort, sondern weicht einer
Stabilisierung auf historisch moderatem Niveau. Eine
altersdifferenzierte Betrachtung zeigt zudem, dass das Vertrauen in
der jüngsten Kohorte (18 bis 24 Jahre) gegenüber dem Vorjahr
zugenommen hat.

Zwtl.: Mehrheitlich positive Bewertung des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks

Erstmals prominent ausgewertet wird die Einschätzung der
gesellschaftlichen Wirkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auf
die Frage, ob von öffentlich-rechtlichen Anbietern bereitgestellte
Nachrichten einen positiven oder negativen Einfluss auf das Leben im
Land haben, entfällt ein Nettoanteil von 37,6 Prozent auf eine
positive Bewertung (Kategorien „sehr positiv“ und „eher positiv“),
während 24,1 Prozent eine negative Wirkung attestieren. Mit 34,5
Prozent verortet sich der größte Einzelanteil in der neutralen
Mittelkategorie. Die positive Bewertung überwiegt die negative somit
um 13,5 Prozentpunkte, bei gleichzeitig substanziellem Anteil
ambivalenter oder unentschiedener Einschätzungen.

Plattformbasierte Nutzung, Zahlungsbereitschaft und
algorithmische Vermittlung

Über die drei dargestellten Schwerpunkte hinaus dokumentiert die
Erhebung weitere Entwicklungen, die den Strukturwandel der
Nachrichtennutzung präzisieren. Die zunehmende Bedeutung sozialer
Medien konzentriert sich ausgeprägt auf die jüngeren Kohorten:
Während der Anteil, der soziale Medien als Hauptnachrichtenquelle
nennt, in der Gesamtbevölkerung von 13,8 Prozent (2025) auf 18,3
Prozent (2026) zunimmt, steigt er in der Gruppe der 18- bis 24-
Jährigen von 33,1 auf 46,7 Prozent. Innerhalb der plattformbasierten
Nutzung dominiert bei den jungen Erwachsenen Instagram (52,3 Prozent)
, gefolgt von YouTube und TikTok; über alle Altersgruppen hinweg
bleibt Facebook die meistgenannte Plattform. Erstmals quantifiziert
wird zudem die Reichweite von Nachrichteninhalten einzelner Personen:
28 Prozent der Befragten rezipieren Nachrichten von Content-Creators
oder Influencer:innen, 17,1 Prozent von solchen mit explizitem
Nachrichtenfokus.

Künstliche Intelligenz tritt als Vertrauensobjekt in Erscheinung,
ohne bereits eine relevante Hauptnutzungsform darzustellen: Rund ein
Viertel der unter 35-Jährigen bringt nachrichtlichen Inhalten aus KI-
Chatbots Vertrauen entgegen, während der Anteil, der KI-Chatbots als
Hauptnachrichtenquelle nennt, mit unter einem Prozent marginal
bleibt. Rückläufig entwickelt sich die Zahlungsbereitschaft: Der
Anteil der Befragten, die in den vorangegangenen zwölf Monaten für
Online-Nachrichten bezahlt haben, sinkt von 22,0 auf 16,1 Prozent;
der deutlichste Rückgang entfällt mit 16,6 Prozentpunkten auf die
Gruppe der 25- bis 34-Jährigen (von 45,4 auf 28,8 Prozent), deren
Vorjahreswert allerdings eine Ausnahmeposition einnahm. Die aktive
Nachrichtenvermeidung verharrt mit 71,1 Prozent auf hohem Niveau,
verlagert sich jedoch in die mittleren Altersgruppen und erreicht bei
den 35- bis 44-Jährigen mit 76,1 Prozent ihren Höchstwert. Die
Besorgnis über die Unterscheidbarkeit von zutreffenden und
unzutreffenden Informationen im Internet ist mit rund 51 Prozent bei
den 18- bis 34-Jährigen am stärksten ausgeprägt – mithin in jener
Gruppe, deren Nachrichtennutzung am stärksten plattformvermittelt
erfolgt.

Zwtl.: Studiendesign und Methodik

Der Digital News Report des Reuters Institute for the Study of
Journalism (University of Oxford) ist die international vergleichend
angelegte, fortlaufende Untersuchung zur Nachrichtennutzung. Die
Erhebung umfasst 48 Länder mit insgesamt rund 100.000 Befragten;
Österreich ist seit 2016 durchgängig Teil der Studie. Die nationale
Teilstudie wird vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft der
Universität Salzburg verantwortet. Die Datenerhebung erfolgte als
Online-Befragung einer Quotenstichprobe der österreichischen
Internetbevölkerung ab 18 Jahren (n = 2.025; Feldzeit 9. Jänner bis
4. Februar 2026). Aufgrund des nicht-probabilistischen
Stichprobendesigns sind Differenzen von bis zu zwei Prozentpunkten in
der Regel nicht als statistisch bedeutsam zu interpretieren; Aussagen
zu Teilgruppen mit geringer Fallzahl – etwa den 18- bis 24-Jährigen –
unterliegen einer größeren Schwankungsbreite und sind vorrangig im
Mehrjahresvergleich belastbar.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at

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