Wien (OTS) – Der Bundesobmann des ÖAAB-AHS, Matthias Hofer, spricht
sich
entschieden gegen die Pläne von Bildungsminister Wiederkehr zur
Einführung einer sechsjährigen Volksschule aus. „Wer unser
Bildungssystem verbessern will, muss früher, gezielter und
individueller fördern. Lesen, Schreiben und Rechnen müssen wieder
konsequent ins Zentrum der Volksschule rücken“, betont Hofer.
Eine generelle Verlängerung der Volksschulzeit sei keine Lösung
für bestehende Bildungsdefizite. „Entscheidend ist nicht, wie lange
ein Kind die Volksschule besucht, sondern ob es am Ende über die
notwendigen Grundkompetenzen verfügt. Strukturen umzubenennen oder
zusammenzulegen macht noch keine Bildungsreform. Vielmehr soll
dadurch wohl nur die Gesamtschule durch die Hintertür vorbereitet
werden“, so Hofer.
Statt neuer Strukturdebatten brauche es wirksame
Unterstützungsmaßnahmen für Kinder mit Lernrückständen. „Kinder mit
Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen brauchen rasche
und gezielte Förderung. Schulmodell-Diskussionen helfen ihnen nicht
weiter“, sagt Hofer.
Besonders wichtig sei es, Defizite frühzeitig zu erkennen.
„Bereits im Kindergarten müssen Sprachentwicklung,
Lernvoraussetzungen und soziale Reife stärker in den Blick genommen
und bei Defiziten noch vor Schuleintritt gegengesteuert werden. Wir
brauchen starke Volksschulen, starke Mittelschulen und starke
Gymnasien – aber sicher keine sechsjährige Volksschule“, so Hofer
abschließend.