Straßburg (OTS) – „Der digitale Raum bietet viele Chancen und ist ein
Ort weltweiter
Vernetzung. Allerdings birgt er insbesondere für Mädchen und Frauen
auch Gefahren und Risiken. Gerade am heutigen Internationalen Tag zur
Beseitigung von Gewalt gegen Frauen dürfen wir nicht vergessen, dass
diese längst nicht mehr nur in Wohnungen, auf Straßen oder am
Arbeitsplatz lauern. Er reicht tief hinein in die digitale Welt“,
sagt die ÖVP-Europaabgeordnete Sophia Kircher.
Sie skizziert: “Online-Missbrauch ist längst keine Seltenheit
mehr. Verschiedene Studien zeigen, dass etwa die Hälfte aller Frauen
bereits irgendeine Form digitaler Gewalt erlebt hat – von Stalking
und Belästigung bis hin zur Weitergabe intimer Bilder ohne
Einwilligung. Hinter jeder Statistik verbirgt sich eine Geschichte.
Eine Jugendliche, die die Schule verlassen muss. Eine Journalistin,
die aufhört zu schreiben. Eine Mutter, die ihre sozialen Medien
löscht, nur um sich wieder sicher zu fühlen.”
„Deshalb haben wir in der EVP-Fraktion eine führende Rolle bei
der Ausarbeitung der ersten EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt
gegen Frauen und häuslicher Gewalt übernommen, die einen großen
Schwerpunkt auf den Online-Bereich legt und 2024 verabschiedet wurde.
Sie macht das nicht-einvernehmliche Teilen intimer oder manipulierte
Bilder, Cyberstalking, Online-Belästigung und Anstiftung zu Hass in
allen Mitgliedstaaten strafbar. Gerade in Zeiten von Künstlicher
Intelligenz und Deep Fakes ist das unerlässlich. Sie garantiert, dass
Opfer unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu Schutz, Gerechtigkeit
und Unterstützung haben“, sagt Kircher.
„Jetzt müssen die Mitgliedstaaten die Richtlinie schnell
umsetzen, die Polizei und Staatsanwaltschaften schulen, Opferhilfe
finanzieren und sicherstellen, dass missbräuchliche Inhalte rasch
entfernt werden. Auch Tech-Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihre
Algorithmen den Hass stoppen, statt ihn anzufachen. Und wir alle
haben die Verantwortung, Demütigungen nicht zu teilen, aufzustehen,
wenn wir Missbrauch sehen, und unseren Kindern beizubringen, dass
Einwilligung und Respekt nicht verschwinden, sobald der Bildschirm
aufleuchtet“, schließt Kircher. (Schluss)