Wien (OTS) – Bereits zum dritten Mal wurde am Montag, den 10.
November 2024, der
Paul-Weis-Preis für Verdienste um die Menschenrechte vergeben.
Ausgezeichnet wurden abermals Personen und Organisationen, die sich
in besonderer Weise für Schutz und Rechte geflüchteter Menschen
eingesetzt haben, und zwar in den Kategorien „Einsatz in Österreich“,
„Internationales Engagement“ und „Journalismus“. Vergeben wurden die
Preise vom Verein „Courage2030 – Allianz für Flucht und Vernunft“,
Schauspielerin Katharina Stemberger als Vorstandsvorsitzende führte
durch den Abend. Den schönen Rahmen bot die Sky Conference der
Raiffeisenbank International, die großzügigerweise auch die Kosten
für Catering und Veranstaltungstechnik übernahm.
Das Auswahlkomitee für den Paul-Weis-Preis 2025 bestand aus
Irmgard Griss (ehem. Präsidentin des Obersten Gerichtshofs),
Christian Konrad (ehem. Generalanwalt des Raiffeisenverbandes),
Cathrin Kahlweit (Publizistin) und Manfred Nowak (Generalsekretär des
Global Campus for Human Rights).
„Menschenrechte haben nichts mit politisch rechts oder links zu
tun. Sie gehen uns alle an. Der Dialog muss also in der Mitte
stattfinden und möglichst viele Menschen einbeziehen“, so Katharina
Stemberger: „Und wir wollen auch mit diesem Abend dazu einen Beitrag
leisten, indem wir jene Menschen vor den Vorhang holen, die sich
unermüdlich für unser aller Menschenrechte einsetzen, gegen
Missstände auftreten und dabei oft viel riskieren.“
Bundespräsident Alexander Van der Bellen fand in einer
Videobotschaft ebenfalls klare Worte: „Wir sehen heute, dass viele
auf der ganzen Welt die Menschenrechte in Zweifel ziehen oder gar
abschaffen wollen. Damit beschädigen sie das Fundament unserer
Gesellschaft, nämlich das Prinzip, dass wir alle dieselben Rechte auf
Schutz vor Gewalt haben. Ich bedanke mich bei der Initiative
Courage2030 für diesen wichtigen Preis und bei allen Preisträgerinnen
und Preisträgern für ihre großen Verdienste um die Menschenrechte.
Bleiben wir mutig, bleiben wir menschlich, trotz allem, selbst in
schweren Zeiten – nach dem Vorbild des unerschütterlichen
Menschenfreundes Paul Weis.“
Zwtl.: Die Preisträgerinnen und Preisträger 2025
In der Kategorie „Einsatz in Österreich“ fiel die Wahl auf die „
Freie Syrische Gemeinde “ mit Abduhlkeem Alshater als Vorsitzendem.
Fast 100.000 Syrerinnen und Syrern, die vor dem Krieg geflüchtet
sind, haben in Österreich eine neue Heimat gefunden. Die „Freie
Syrische Gemeinde“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geflüchteten
beim Ankommen zu helfen. Diese Hilfe beschränkt sich jedoch nicht nur
auf die eigenen Landsleute, sondern auch auf die aufnehmende
Gesellschaft im Sinne eines respektvollen und wertschätzenden
Miteinanders.
In der Kategorie „Internationaler Einsatz“ fiel die Wahl auf den
Verfassungsblog mit Maximilian Steinbeis an der Spitze. Die Plattform
klärt über Grund- und Verfassungsrechte auf und ermöglicht daher
vielen, diese überhaupt erst einzufordern. Alle Autor:innen sind
Menschen mit profunder Sachkenntnis zu Recht, Staat und Verfassung,
die sachlich, aber klar all jene Themen adressieren, die einen
genaueren, zumeist kritischeren Blick brauchen. Und oft sind sie die
wichtigsten Mahner.
In der Kategorie „ Journalismus “ wurde die georgische
Journalistin Mzia Amaglobeli ausgezeichnet, die derzeit wegen ihrer
regierungskritischen Arbeit unter widrigsten Umständen in Haft sitzt.
„Als wir zu Beginn über Mzia Amaglobeli als würdige Preisträgerin
sprachen, hatten wir noch die Hoffnung, dass wir sie heute Abend auf
der Bühne begrüßen dürfen. Aber schon im Februar war ihre Situation
sehr schwierig. Sie wurde aus offensichtlich politischen Gründen
verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt“, berichtet
Katharina Stemberger. Den Preis nahmen deshalb zwei Kolleginnen,
Nestan Tsetskhladze und Eter Turadze, entgegennehmen.
Zwtl.: Über den Namensgeber Paul Weis
Die Auszeichnung wurde nach dem österreichischen Völkerrechtler
und Holocaust-Überlebenden Paul Weis benannt, um dessen Lebenswerk zu
würdigen. Weis war unter anderem Mitverfasser der Genfer
Flüchtlingskonvention, lieferte wichtige Grundlagen für das
internationale Asylrecht und gilt als „Gründervater des Schutzes“
geflüchteter Menschen. Dadurch ermöglichte er bis heute Millionen
geflüchteter Menschen, sich eine sichere Existenz in einer neuen
Heimat aufzubauen (Weitere Informationen zum Leben und Wirken von
Paul Weis finden Sie hier ).
Drei Jahre hindurch hatte das Team um Katharina Stemberger schon
versucht, Angehörige des Namensgebers zu finden, lange Zeit jedoch
ohne Erfolg. Zur großen Freude hatte sich heuer aus der Schweiz ein
Damen namens Eva Bolliger gemeldet und berichtet, dass sie eine
langjährige enge Freundin der Familie sei und auch noch in Kontakt
mit der Schwiegertochter von Paul Weis steht. Zur Gala am 10.
November waren beide Damen nach Wien angereist: Eva Bolliger und
Priska Weis, Witwe des vor vier Jahren verstorbenen Sohnes Julian.
Zwtl.: Hochkarätiges Publikum
Der Einladung zur Gala waren zahlreiche Gäste gefolgt, darunter
namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft
wie Migrationsforscherin Judith Kohlenberger, Christoph Pinter,
Leiter des UNHCR-Büros in Wien, Leo Ho, Präsident von Ärzte ohne
Grenzen, Ex-Grünen-Vorsitzender Werner Kogler, Diakonie-Asylexperte
Christoph Riedl, „Sag’s Multi“-Erfinder Peter Wesely,
Menschenrechtsanwalt Wilfried Embacher, Asylkoordinator und Paul Weis
-Preisträger 2024 Lukas Gahleitner-Gertz, Ex-Raiffeisen-
Generalsekretär Ferry Maier sowie Regisseurin Brigitte Fenko.
Für den musikalischen Rahmen sorgten die St. Marx Brothers mit
Herbert Swoboda (Klarinette und Piano), Karol Hodas (Kontrabass) und
Kurt Gold (Akkordeon).
Gerne stehen wir für Rückfragen, ergänzende Informationen oder
die Vereinbarung von Interviews zur Verfügung. Eine erste Auswahl an
Fotos finden Sie anbei, alle Bilder der Veranstaltung können hier
heruntergeladen und unentgeltlich redaktionell verwendet werden (
Fotocredit für alle Bilder: Kristina Kircher). Die Video-Aufzeichnung
der Gala-Veranstaltung ist ab heute, 13 Uhr, hier abrufbar.
Über Courage2030:
„Courage2030 – Allianz für Flucht und Vernunft“ ist eine
zivilgesellschaftliche Initiative, die sich für die Rechte von
geflüchteten Menschen und insbesondere für legale und sichere
Fluchtwege einsetzt. Sie wurde 2019 anlässlich des Brands im
Flüchtlingslager Moria auf Lesbos gegründet und fordert die geordnete
Rettung von Menschen, die oft jahrelang unter widrigsten Bedingungen
in Lagern an den EU-Außengrenzen festsitzen. Im Jahr 2025 wurde der
Namen von ursprünglich Courage.jetzt auf Courage2030 geändert mit der
Zielsetzung, in diesen fünf Jahren im Dialog mit Expert:innen, der
Zivilbevölkerung, öffentlichen Institutionen und Einrichtungen und
auch der Politik eine faktenbasierte und lösungsorientierte
Gesprächskultur zu etablieren. Weitere Infos finden sie auf
www.courage2030.eu .