Ein bahnbrechendes Projekt verändert die Pharmawelt
Am 16. Februar 2026 gab die PHARMIG in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz bekannt, dass das revolutionäre Projekt DekarbPharm nach drei Jahren intensiver Forschung abgeschlossen wurde. Dieses ehrgeizige Vorhaben, das in Zusammenarbeit mit dem AIT Austrian Institute of Technology durchgeführt wurde, verspricht, die Art und Weise, wie pharmazeutische Produktionsstätten arbeiten, grundlegend zu verändern. Doch was bedeutet das für die Branche und vor allem für die Umwelt?
Was ist DekarbPharm?
Unter dem kryptischen Namen DekarbPharm verbirgt sich ein umfassendes Werkzeugset, das Pharmaunternehmen dabei unterstützen soll, ihre CO₂-Emissionen drastisch zu senken. Mit einem Mix aus innovativen Tools, praxisnahen Leitfäden und fundierten Analysen können Unternehmen nun ihre Dekarbonisierungspfade effizient planen und umsetzen. Aber warum ist das so wichtig?
Der Hintergrund: Warum Dekarbonisierung?
Dekarbonisierung beschreibt den Prozess der Reduktion von Kohlenstoffemissionen, insbesondere CO₂, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt werden. In einer Zeit, in der der Klimawandel immer drängender wird, ist es von entscheidender Bedeutung, dass auch die Industrie ihren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leistet. Die Pharmaindustrie, bekannt für ihren hohen Energieverbrauch, steht hier besonders im Fokus.
Ein Blick in die Vergangenheit: Die Entstehung von DekarbPharm
Vor drei Jahren startete das ehrgeizige Projekt DekarbPharm, angeführt von der PHARMIG und dem AIT. Ziel war es, praktikable und kosteneffiziente Wege zu einer klimaneutralen Energieversorgung in pharmazeutischen Produktionsumgebungen zu finden. Mit Unterstützung namhafter Partner wie Boehringer Ingelheim, Novartis und Pfizer wurde das Projekt zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Innovation.
Wie funktioniert das neue Werkzeugset?
Das Herzstück von DekarbPharm ist ein Online-Tool, das es Unternehmen ermöglicht, ihre Energiesysteme realitätsnah abzubilden und verschiedene Betriebs- und Technologieoptionen zu vergleichen. Ergänzt wird dies durch energie- und prozesstechnische Analysen sowie konkrete Empfehlungen für Produktionsstandorte. Diese Kombination bietet Unternehmen die Möglichkeit, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen und ihre Produktionsstätten klimafit zu machen.
Die Auswirkungen auf die pharmazeutische Industrie
Mit der Einführung von DekarbPharm steht der pharmazeutischen Industrie nun erstmals ein vollständiger Werkzeugkasten zur Verfügung, um die eigene Dekarbonisierung datenbasiert und wirtschaftlich sinnvoll voranzutreiben. Doch was bedeutet das konkret für die Unternehmen?
- Kosteneinsparungen: Durch die effiziente Nutzung von Energie und die Reduktion von Emissionen können Unternehmen erhebliche Kosten einsparen.
- Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die frühzeitig auf nachhaltige Produktionsmethoden umstellen, sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem globalen Markt.
- Imagegewinn: In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, profitieren Unternehmen von einem positiven Image bei Kunden und Investoren.
Expertenmeinungen: Was sagen die Fachleute?
Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, betonte in seiner Rede: „Mit DekarbPharm haben wir einen Meilenstein erreicht, der die pharmazeutische Industrie revolutionieren wird. Unternehmen können nun unterschiedliche Dekarbonisierungspfade simulieren und ihre Energieversorgungsoptionen effizient planen.“
Anton Beck, Projektleiter am AIT Center for Energy, fügte hinzu: „Unser Ziel war es, ein Instrument zu entwickeln, das die komplexen Energiesysteme pharmazeutischer Werke realistisch abbildet. DekarbPharm ermöglicht es, ökologische Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Machbarkeit zu verbinden.“
Ein Vergleich: Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da?
Österreich hat sich in den letzten Jahren als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz positioniert. Initiativen wie DekarbPharm unterstreichen diesen Anspruch und zeigen, dass das Land nicht nur in der Forschung, sondern auch in der praktischen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen eine führende Rolle einnimmt. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, die ähnliche Projekte verfolgen, nimmt Österreich eine Spitzenposition ein.
Die Rolle der HVAC-Systeme
Besonderes Augenmerk lag bei DekarbPharm auf den sogenannten HVAC-Systemen. Diese Systeme sind für die Belüftung sowie die Steuerung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Reinräumen verantwortlich und haben einen erheblichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Durch effizientere Regelstrategien und technische Anpassungen konnten hier signifikante Einsparungen erzielt werden.
Die Zukunft der pharmazeutischen Produktion
Die Ergebnisse von DekarbPharm bieten einen vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft der pharmazeutischen Produktion. Mit dem neuen Werkzeugset können Unternehmen nicht nur ihre CO₂-Emissionen senken, sondern auch ihre Produktionsprozesse optimieren und so langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Gerwin Drexler-Schmid, Business Manager Net-Zero Industries am AIT, erklärt: „Die systematische Reduktion von Energieverbräuchen und Emissionen entlang des gesamten Produktionsprozesses ist entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. DekarbPharm zeigt, wie innovative Technologien und eine durchdachte Energiesystemplanung gemeinsam den Weg zu klimaneutralen Herstellungsumgebungen ebnen können.“
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung
Mit DekarbPharm hat die PHARMIG einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft gemacht. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durchdachte Forschung und enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu greifbaren Ergebnissen führen können. Für die pharmazeutische Industrie bedeutet dies nicht nur eine Chance, ihre Produktionsprozesse zu verbessern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv die implementierten Maßnahmen sind und welche weiteren Schritte notwendig sind, um die Ziele der Dekarbonisierung vollständig zu erreichen. Eines ist jedoch sicher: DekarbPharm hat den Grundstein gelegt für eine klimafreundlichere und wirtschaftlich nachhaltige Zukunft der Pharmaindustrie.