Schockierende Enthüllung: Vergessene Schicksale Schwarzer im Nationalsozialismus

Von: Redaktion

Ein dunkles Kapitel der Geschichte wird enthüllt

Wien (OTS) – Ein neues Dokumentationsprojekt von „Universum History“ enthüllt die erschütternde Geschichte Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus. Die Neuproduktion mit dem Titel „Vom Paradies in die Hölle – Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“ feiert am 6. Februar 2026 Premiere und verspricht, ein bislang kaum beachtetes Kapitel der Geschichte zu beleuchten.

Die unglaubliche Geschichte von Lionel Romney

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht die bewegende Lebensgeschichte von Lionel Romney, einem afro-karibischen Seemann, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Romney, 1912 in Santo Domingo geboren, lebte in Sint Maarten und heuerte in jungen Jahren auf einem Frachtschiff an. Doch sein Traum von Freiheit wurde zu einer tragischen Odyssee, als sein Schiff während des Zweiten Weltkriegs im Mittelmeer beschossen und versenkt wurde.

Gerettet, aber in italienische Gefangenschaft geraten, erlebte Lionel Jahre der Internierung in italienischen Lagern, bevor er ins KZ Mauthausen deportiert wurde. Erst nach elf Monaten Haft erlebte er die Befreiung. Diese erschütternde Geschichte vertraute er erst 40 Jahre später seiner Tochter Mary an, die nun die Erinnerungen ihres Vaters mit der Welt teilt.

Die Aufarbeitung eines verdrängten Themas

Die Dokumentation ist das Ergebnis einer intensiven Forschung und Zusammenarbeit mit internationalen Experten. Sie beleuchtet die Verfolgung Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus, ein Thema, das lange Zeit aus der Geschichtsschreibung ausgeschlossen war. „Vom Paradies in die Hölle“ ist nicht nur eine Erinnerung an die Opfer, sondern auch ein Aufruf, Rassismus in der Gegenwart nicht zu ignorieren.

Experten wie Walter Sauer, Historiker an der Universität Wien, betonen die Wichtigkeit dieser Aufarbeitung: „Die Geschichte Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus ist ein blinder Fleck in der Geschichtsschreibung. Diese Dokumentation trägt dazu bei, diesen zu füllen und das Bewusstsein für die vielfältigen Opfergruppen des Regimes zu schärfen.“

Eine Produktion mit internationalem Team

Realisiert wurde die Dokumentation als Koproduktion von DOTS & CIRCLES GmbH, ORF und BR/ARTE, in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise, mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria und dem Land Salzburg. Unter der Co-Regie von Stefanie Daubek und Jermain Raffington entstand eine vielschichtige Erzählung, die historische Fakten mit persönlichen Schicksalen verwebt.

Stefanie Daubek, Produzentin und Co-Regisseurin, äußert sich zu ihrem Herzensprojekt: „Seit 2018 beschäftige ich mich intensiv mit dieser Geschichte. In dieser Zeit ist eine enge Verbindung zu Mary Romney entstanden, deren Vertrauen und Offenheit dieses Projekt erst möglich gemacht haben.“

Die Bedeutung für die Erinnerungskultur

Caroline Haidacher, Sendungsverantwortliche von „Universum History“, unterstreicht die Bedeutung der Produktion: „Mit dieser Dokumentation leisten wir einen Beitrag zur Erweiterung der Erinnerungskultur, indem wir ein bislang kaum erzähltes Kapitel europäischer Geschichte einem breiten Publikum zugänglich machen.“

Gerald Heidegger, Ressortleiter Zeitgeschichte/Zeitgeschehen für die Hauptabteilung ORF Wissen, erklärt: „Diese Dokumentation beleuchtet einen blinden Fleck in der Betrachtung der Geschichte der Holocaust-Opfer. Schwarze Menschen sind darin nicht vorgekommen. In einer beispielhaften Aufarbeitung zeigt ‚Vom Paradies in die Hölle‘, wie sehr die Arbeit der Wissenschaft in einer Fallgeschichte münden kann.“

Eine visuelle Reise durch die Geschichte

Mit Hilfe von Archivmaterial, Interviews und fiktionalen Szenen, die im Salzburger Take2Studio entstanden sind, bietet die Dokumentation eine visuelle Ebene, die die Vergangenheit neu erfahrbar macht. Symbolhafte Bühnenbilder und choreografiertes Licht unterstützen die Erzählung und machen die Geschichte lebendig.

Ein Appell an die Gesellschaft

Als afro-deutscher Journalist und Filmemacher bringt Jermain Raffington seine Expertise in die Aufarbeitung Schwarzer Lebensrealitäten ein. Er betont: „Dieser Film ist Erinnerung, Aufklärung und ein Aufruf zugleich, Rassismus in der Gegenwart nicht zu ignorieren.“

Die Dokumentation endet mit einem eindringlichen Appell an die Gesellschaft, die Vergangenheit nicht zu vergessen und sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen.

Zukunftsausblick: Was bleibt?

Die Premiere von „Vom Paradies in die Hölle“ markiert einen wichtigen Schritt in der Geschichtsaufarbeitung. Doch es bleibt die Frage, wie diese Erkenntnisse in die breite Öffentlichkeit getragen werden können. Die Hoffnung liegt auf einer verstärkten Bildungsarbeit, die solche Themen in den Lehrplänen verankert und zukünftige Generationen sensibilisiert.

Die Dokumentation wird nicht nur in Österreich, sondern auch international ausgestrahlt, was die Reichweite und den Einfluss der Botschaft erheblich erhöht. In einer Zeit, in der rassistische und diskriminierende Tendenzen weltweit zunehmen, ist es wichtiger denn je, solche Geschichten zu erzählen und aus der Vergangenheit zu lernen.

Die Produktion von „Vom Paradies in die Hölle“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Medien dazu beitragen können, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen und das Bewusstsein für marginalisierte Gruppen zu schärfen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Film nicht nur als historisches Dokument, sondern auch als Katalysator für eine gerechtere Zukunft dient.

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