Politik

Lobautunnel: WWF kritisiert Bauankündigung als „milliardenschweren Irrweg“

Wien (OTS) – Die Naturschutzorganisation WWF kritisiert das aktuelle
Bekenntnis
von Infrastrukturminister Peter Hanke zum Lobautunnel als
milliardenschweren Irrweg. “Die Umwelt- und Gesundheitsrisiken sowie
die Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen den Lobautunnel. Er
gefährdet ein Naturparadies, versiegelt bestes Ackerland und
sabotiert das Erreichen der Klimaziele” , sagt Simon Pories vom WWF
unter Verweis auf den über 500 Seiten starken Umweltbericht im Rahmen
der “Strategischen Prüfung Verkehr“ – die bisher umfassendste
Prüfung. Demnach ist der Lobautunnel die umweltschädlichste und
teuerste aller untersuchten Varianten.

Die gesamte Lobau-Autobahn zerstört und zerschneidet Lebensräume
und würde laut Umweltbericht zum Verlust von mehr als 130 Hektar an
landwirtschaftlich genutzten Böden führen – und das in der Region mit
den fruchtbarsten Böden Österreichs. “Die Lobau-Autobahn ist mit
ihrer gigantischen Versiegelung nicht nur ein Verlust für die
‘Kornkammer Österreichs’, sondern beeinträchtigt auch den
Wasserhaushalt der Region. Das schadet dem Klima, der Umwelt und der
Artenvielfalt zusätzlich”, sagt WWF-Bodenschutz-Sprecher Simon
Pories.

Laut bisherigen Aussagen von renommierten Fachleuten und des
Umweltbundesamts würde die Südosttangente (A23) nur wenig entlastet,
aber speziell in den Bezirken nördlich der Donau würde die
Verkehrsbelastung sogar stark zunehmen. Der WWF fordert stattdessen
vor allem den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine
flächensparende Raumplanung, die sich entlang hochrangiger
öffentlicher Verkehrsmittel wie der Bahn orientiert und damit auch
wertvolle Böden schützt.

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