Wien (OTS) – In der gestrigen Nationalratssitzung haben SPÖ, ÖVP,
NEOS und die
Grünen für die Ausarbeitung eines Maßnahmenpakets gestimmt, das die
Position von Frauen im KI-Bereich stärken soll. „Vor ein paar Jahren
war Künstliche Intelligenz noch eine vage Zukunftsvision.
Mittlerweile durchflutet sie alle Gesellschafts- und Lebensbereiche“,
betonte SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz in ihrer Rede. Konkret
soll die Umsetzung der Initiative „She goes AI“ dazu führen,
Ungleichheiten im KI-Bereich zu bekämpfen, Mädchen und Frauen den Ein
– oder Umstieg in den KI-Bereich zu erleichtern und den Anteil an
Frauen im KI-Sektor zu erhöhen. „KI ist nicht neutral. Gerade deshalb
müssen wir jetzt dafür sorgen, dass sich jahrhundertelange
gesellschaftliche Ungleichheiten nicht noch weiter in der künstlichen
digitalen Welt fortsetzen“, so Schatz. ****
Mit dem Antrag will die SPÖ Maßnahmen zur stärkeren Einbindung
von Frauen in die Entwicklung und Nutzung von KI auf den Weg bringen.
Der Hintergrund: 78 Prozent der Personen, die in Europa KI aktiv
gestalten, sind Männer. Frauen sind laut Studien deutlich skeptischer
gegenüber KI und würden sie weniger nutzen. Dadurch entstehen
Verzerrungen in der Datenbasis. „Deshalb brauchen wir Initiativen und
Maßnahmen, die Frauen verstärkt in diesen Bereich bringen. Als
Programmiererinnen genauso wie als Nutzerinnen“, so Schatz.
Wie wichtig das auszuarbeitende Maßnahmenpaket ist, zeigt das
Beispiel des AMS-Chatbots: Nach seiner Einführung wurde er wegen
fehlerhafter Antworten und reproduzierter Vorurteile kritisiert.
Fachleute bemängelten insbesondere den Gender-Bias und die
unzureichende Kontrolle. Für Schatz zeigt der Fall klar: „Eine
gerechte Zukunft lässt sich nicht programmieren, wenn die Hälfte der
Gesellschaft nicht mitschreibt.“ (Schluss) mf/lw