Wien (OTS) – SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim kritisiert
die rabiate
Reaktion von Handelsverband-Geschäftsführer Will auf die Anzeigen des
Marktamts gegen Lebensmitteltricksereien als „zynisch und
realitätsfern“: „Viele Menschen in Österreich leiden unter den hohen
Lebensmittelpreisen. Die Preise steigen und der Lebensmittelhandel
zockt die Menschen zusätzlich mit irreführenden Rabatten und
Mogelpackungen ab. Statt die Preise zu senken, verkauft die
Handelslobby die Konsument*innen für blöd und hat auch noch die
Chuzpe, es als ‚Blödsinn‘ zu bezeichnen, dass die Lebensmittelpreise
in Österreich hoch sind. Das ist an Zynismus gegenüber allen, die
jeden Euro dreimal umdrehen müssen, nicht zu überbieten.“ Der SPÖ-
Bundesgeschäftsführer spricht am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-
Pressedienst von einem „völligen Realitätsverlust“ des
Handelsverbands: „Wenn die von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-
Ludwig initiierte ‚Aktion scharf‘ gegen überhöhte Lebensmittelpreise
nach nur einem Monat allein in Wien zu 200 Anzeigen geführt hat, wenn
die Gewinne von Billa und Spar um 60 Prozent gestiegen sind, wenn
Grundnahrungsmittel wie Mehl in den vergangenen 5 Jahren um 50
Prozent teurer geworden sind und das Wifo prognostiziert, dass die
Lebensmittelpreise 2026 um weitere 3,2 Prozent steigen werden – wie
kann sich der Handelsverband dann einfach wegducken und tun, als
ginge ihn das alles nichts an?“ ****
Seltenheim betont: „Der Lebensmittelhandel muss einen Beitrag zu
leistbaren Lebensmitteln leisten. Wenn der Lebensmittelhandel die
Preise nicht spürbar senkt, greifen wir in den Markt ein.
Staatssekretärin Königsberger-Ludwig zieht auch höhere
Verwaltungsstrafen für Tricksereien im Supermarkt in Erwägung.“
Lebensmittel müssen für alle leistbar sein, so Seltenheim, der
betont: „Wir stehen auf der Seite der Konsument*innen und nicht auf
der Seite der Großkonzerne und ihrer Gewinne.“ Neben der „Aktion
scharf“ werden weitere Maßnahmen für leistbare Lebensmittel auf den
Weg gebracht, zum Beispiel Maßnahmen gegen Mogelpackungen, für mehr
Transparenz bei Lebensmitteln und gegen den ungerechten „Österreich-
Aufschlag“. (Schluss) bj/mb