Politik

Fohlenmärkte haben wieder begonnen

Laaben (OTS) – Kürzlich erhielten wir einen Anruf eines besorgen
Urlaubers in
Mauterndorf (Salzburg): „Jedes Jahr machen wir hier Urlaub und müssen
mitansehen, wie die Noriker-Fohlen auf den Markt gehen und
versteigert werden – es ist schrecklich. Was kann man da tun?“ Wir
konnten nur erwidern, daß wir als privater Tierschutzverein seit
nunmehr 22 Jahren jedes Jahr ab September zwischen 50 und 70
Haflinger- bzw. Noriker-Fohlen freikaufen, v.a. in Maishofen (Sbg.),
Tirol, OÖ und Kärnten. Zudem bedarf es monatelanger
Vorbereitungsarbeit, für all die freigekauften Fohlen entsprechende
Lebensplätze in Österreich und Deutschland zu finden, zu
kontrollieren und die Transporte und notwendigen Papiere zu
organisieren. Ganz abgesehen vom nötigen „Kleingeld“ für die vielen
Freikäufe, denn mittlerweile ist kaum mehr ein Fohlen unter 1000,- Ꞓ
zu bekommen…

Diese Haflinger- und Noriker-Fohlen, die dann im Herbst auf die
Märkte gehen, hatten den ganzen Sommer über ein schönes und
unbeschwertes Leben auf der Alm, mit ihren Müttern und anderen
Spielgefährten. Zu Beginn des Herbstes beginnt für sie der „Ernst des
Lebens“, sie werden von der Alm abgetrieben, von Mutter und Freunden
getrennt und für sehr viele von ihnen, die nicht „schön“ genug für
die Zucht sind, geht es zu einem – meist italienischen – Mastbetrieb
bzw. Schlachthof. Bei den diversen Auktionen und „Rösslmärkten“ in
Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten werden sie an Viehhändler
aus dem In- und Ausland versteigert und danach auf eine weite Reise
zum Weitermästen und danach in den Tod geschickt!

Dazu Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT: „Bereits
seit 22 Jahren kaufen wir auf den verschiedenen Auktionen Fohlen
frei, bewahren sie so vor einem traurigen Schicksal und vermitteln
sie an ausgesuchte Privatplätze. Bei ca. 1.250 ist uns das in dieser
Zeit schon gelungen, allein im letzten Jahr waren es 73 – ein neuer
Rekord! In Tirol werden wir bereits kommenden Montag, den 1.
September die ersten 15 Haflingerfohlen, die von der Zucht
ausselektiert worden sind, freikaufen und gleich an ihre neuen
privaten Lebensplätze in Österreich und Deutschland bringen.“

In der zweiten Septemberhälfte bzw. im Oktober finden dann die
Norikerfohlen-Versteigerungen in Abtenau (19.9.), Ossiacher Tauern (
27.9.) und in Maishofen (30.9. bzw. 21.10.) statt. Für alle von uns
freigekauften Fohlen haben wir schon im Vorfeld gute Plätze
organisiert. Um auch heuer wieder möglichst vielen Pferdekindern das
Leben retten zu können, suchen wir noch weitere ÜbernehmerInnen für
die Fohlen, die sich bitte möglichst bald bei tanja@animal-spirit.at
melden sollten.

Zwtl.: Subventionen und Überproduktion machen Fohlen erst zu
„Schlachtvieh“

Die Empfehlung der Zuchtverbände, Stuten nicht „leer stehen“ zu
lassen, führt jedes Jahr wieder – wenn auch mit abnehmender Tendenz –
zu einer Überproduktion von Haflinger- und Norikerfohlen. Dazu kommen
noch diverse EU- und AMA-Subventionen aus Steuergeldern bzw. Prämien
der Zuchtverbände für sog. „Elitefohlen“, wodurch die Weiterzucht
erst rentabel wird. „So fordern wir zum wiederholten Mal von der
Politik, daß Pferde nicht mehr als „Nutztiere“ bzw.
Fleischlieferanten betrachtet werden und ein Verbot der Tötung zur
Fleischgewinnung für Pferde – wie auch für Hunde und Katzen seit
Jahrzehnten selbstverständlich – durchgesetzt wird“, so Dr. Plank
abschließend.

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