Wien (OTS) – Als „sehr durchschaubares Ablenkungsmanöver von den
hausgemachten
massiven Integrationsproblemen Wiens“ wertete die
Integrationssprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Caroline
Hungerländer, die Kritik des zuständigen Stadtrates Hacker an
Ministerin Plakolm betreffend angeblichen Platzmangels in
Deutschkursen. „Dabei konnte der Stadtrat allerdings keinen einzigen
Fall nennen, in dem ein Kursplatzsuchender in Wien keinen solchen
erhalten hätte. Wie auch der für die Kurse zuständige ÖIF bestätigte,
sind derzeit mehrere hundert Plätze in solchen Kursen frei“,
erläutert Hungerländer.
Stadtrat Hacker und die Stadtregierung sollten sich also eher
fragen, warum das Angebot so wenig genutzt werde. Generell ist das
Thema Deutschkurse in Wien ein heikles: Es besteht ein
undurchsichtiger Dschungel an teils horrend teuren und nachweislich
wenig effektiven Deutschkursförderungen in Wien. Hinzu kommen
mangelnde Sanktionen für Deutschkurs-Verweigerer, die in anderen
Bundesländern strenger genutzt würden. „Stadtrat Hacker schuldet uns
dahingehend auch noch die Beantwortung unserer Anfrage, wie oft die
Stadt Mindestsicherungsempfänger sanktioniert, weil sie ihre
Verpflichtungen laut Integrationsgesetz nicht erfüllen“, erinnert
Hungerländer.
Im Wiener Integrationsressort würden Deutschkurse völlig
unübersichtlich von diversen Vereinen gefördert. „Da ist es durchaus
interessant zu hinterfragen, inwiefern da überhaupt eine Übersicht
besteht und wie viel Steuergeld die Stadt für diese chaotische System
ausgibt. Die Kritik der Stadtregierung an den Deutschkursen ist
keineswegs neu und wird immer wieder mal – stets ohne Beweise für
diese Behauptung – als Ablenkungsmanöver für das eigene Versagen im
Integrationsbereich aus der Mottenkiste hervorgeholt. Es wird Zeit,
dass Stadtrat Hacker endlich seiner Verantwortung nachkommt, statt
sie stets auf andere abwälzen zu wollen, und die Baustellen in seinem
Ressort angeht – es sind wahrlich genug“, betont Hungerländer
abschließend.