Wien (OTS) – Angesichts des von Nationalratspräsident Rosenkranz
(FPÖ)
organisierten „Dinghofer-Symposiums“ bekräftigt die SPÖ-Sprecherin
für Erinnerungskultur Sabine Schatz ihre Kritik: „Gerade im Jahr, in
dem wir 80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus begehen, ist es
völlig unverständlich, dass zeitgleich zum Gedenken an die
Reichspogromnacht vor 87 Jahren die FPÖ im Parlament eine Person
ehrt, die als Nationalsozialist und Antisemit in die Geschichte
eingegangen ist. Das widerspricht allem, wofür dieses Haus stehen
muss.” ****
Die Abgeordnete fordert von Parlamentspräsident Rosenkranz,
Schaden vom Ansehen des Hauses abzuwenden und der Forderung nach
Absage der Veranstaltung nachzukommen.
Schatz unterstreicht die Notwendigkeit zu einem sensiblen Umgang
mit unserer Geschichte und der Verantwortung, die wir aus ihr tragen
sowie einen entschlossenen gemeinsamen Kampf gegen den steigenden
Antisemitismus. „Wenn in Mödling während einer Gedenkkundgebung eine
Hitlerrede abgespielt wird und in Wels das Gedenken zur
Reichspogromnacht zu einem ‚Vergnügen‘ erklärt wird, dann zeigt das
deutlich, wie gefährlich Gleichgültigkeit gegenüber unserer
Geschichte ist.“
„Das Parlament trägt als Hort der Demokratie eine besondere
Verantwortung in der Gedenkpolitik. Es muss der Ort sein, an dem
historisches Bewusstsein gestärkt und demokratische Werte gelebt
werden. Geschichtsverzerrung darf im Hohen Haus keinen Raum
bekommen“, so Schatz. (Schluss) wf/bj