Wien (OTS) – Es ist eine Heldengeschichte, die wenig bekannt ist, die
angezweifelt
oder bewusst verschwiegen wurde. Vor mehr als 2000 Jahren soll es im
antiken Griechenland eine Elitetruppe aus 300 schwulen Kriegern
gegeben haben – die sogenannte Heilige Schar aus Theben. 150
männliche Paare, die in Liebe und Krieg verbunden sogar die
gefürchteten Spartaner besiegt haben sollen. Neu entdeckte
Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert und der Skelettfund eines
vor mehr als 2000 Jahren niedergemetzelten Kämpfers rücken diese
Überlieferung wieder ins Zentrum der Forschung: hat es die Heilige
Schar tatsächlich gegeben? Die 90-minütige „Universum History“-
Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ von
Lefteris Charitos versucht die Wahrheit über die angeblichen schwulen
Elite-Krieger der Antike herauszufinden. Der Film ist als ORF-
Premiere zum Pride Month am Freitag, dem 5. Juni 2026, um 22.35 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen.
Im Zeichen des Pride Month stehen in ORF 2 und auf ORF ON weiters
die „dokFilm“-Premiere: „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“ (7.
Juni), der „kulturMONTAG (8. Juni) und der „Universum History“-
Zweiteiler „Meilensteine queerer Geschichte“ (12. und 19. Juni) sowie
in ORF III „Kultur Heute“ (3. Juni).
Die Regenbogenparade zieht heuer bereits zum 30. Mal über die
Wiener Ringstraße. Der ORF begleitet dieses besondere Jubiläum am
Samstag, dem 13. Juni: Ein Live-Spezial zur Pride Parade ist ab 12.00
Uhr auf ORF ON zu sehen. Fanny Stapf und Grazia Patricia moderieren
in ORF 1 „Regenbogenparade 26 – Pride and Party“ (23.40 Uhr) und
präsentieren die Highlights der Regenbogenparade.
„Universum History“-Premiere: „Die Heilige Schar – Schwule
Krieger der Antike“
Die griechische Eliteeinheit, die Heilige Schar, wird 379 v. Chr.
von der Stadt Theben gegründet, um die Vorherrschaft Spartas zu
beenden. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die griechischen
Stadtstaaten wie etwa Athen, Sparta oder Theben in einem ständigen
Machtkampf. Vier Jahrzehnte lang dominiert die Heilige Schar die
Schlachtfelder der griechischen Antike, berichtet u. a. Plutarch. Die
300 Mann setzen sich auch gegen zahlenmäßig überlegene Gegner durch
und entzaubern sogar das spartanische Heer, dessen Schlagkraft allen
griechischen Streitkräften bis zu diesem Zeitpunkt überlegen war. Ist
es die Macht der Liebe gewesen, die diese Männer unbesiegbar gemacht
hat? Doch dann tritt Philipp II. von Makedonien auf den Plan. In der
Schlacht von Chaeroneia 338 v. Chr. löscht er gemeinsam mit seinem
Sohn, dem späteren Alexander den Großen, die Heilige Schar mit einem
Schlag aus. Der Heldenmut der Besiegten soll den König zu Tränen
bewegt haben. Die Gefallenen werden auf dem Schlachtfeld begraben und
geraten in Vergessenheit. Die Schlacht von Chaeroneia besiegelt nicht
nur das Ende der Heiligen Schar, sondern auch das Ende der Freiheit
des antiken Griechenlands. Sie ist der Beginn einer neuen Ära.
Weitere Programmpunkte im Überblick
„Kultur Heute“ begrüßt am Mittwoch, dem 3. Juni, um 19.40 Uhr in
ORF III Performancekünstlerin Stefanie Sourial, deren Fokus auf
queeren, antirassistischen und gesellschaftskritischen Themen liegt,
sowie Kabarettist und Transmann Kian Kaiser alias „Der Kuseng“ zum
Gespräch über den Pride Month und ihren Kabarettauftritt am 2. Juni
in der „Kulisse“ Wien, wo Sourials „Pharao in Drag“ auf Kaisers
„Hoamatlond, Hoamatlond“ trifft.
„dokFilm“-Premiere: „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“
Am Sonntag, dem 7. Juni, widmet sich die „dokFilm“-Premiere um
23.05 Uhr in ORF 2 „Stonewall“ und damit der „Geburtsstunde der Gay
Pride“. Dass diese Veranstaltungen heute möglich sind, liegt an einem
mittlerweile historischen Aufstand von LGBTQI-Personen in New York
City 1969, der den Wendepunkt im Kampf um Anerkennung und
Gleichberechtigung markiert. In ihrer Dokumentation blendet
Regisseurin Mathilde Fassin zurück in die Nacht zum 28. Juni 1969,
als die Geschehnisse kulminierten: Wieder führte die Polizei eine
brutale Razzia in einer Schwulenbar durch. Schauplatz war das wenig
glamouröse Szene-Lokal Stonewall Inn in Manhattans Greenwich Village.
Doch diesmal gaben die Gäste nicht klein bei. Die Polizei musste sich
zurückziehen – kurz darauf begannen Lesben, Schwule und
Transpersonen, sich zusammenschließen und politisch zu organisieren.
Ein Jahr später fand der erste Pride-Marsch statt. Die Filmemacherin
bittet Aktivistinnen und Proponenten des historischen Kampfes zum
Interview, zeichnet aber auch ein Bild der Gegenwart, in der LGBTQI-
Rechte wieder zusehends unter Druck geraten.
„kulturMONTAG“: „Fledermaus“-Neuproduktion an der Volksoper Wien
mit Tom Neuwirth in der Rolle des „Frosch“
Passend zum Pride-Month befasst sich der „kulturMONTAG“ am 8.
Juni um 22.30 Uhr in ORF 2 u. a. mit der Neuproduktion des Johann-
Strauß-Hits „Die Fledermaus“ an der Volksoper Wien, die für Aufsehen
sorgen wird: Tom Neuwirth, ehemaliger ESC-Sieger und besser bekannt
als Conchita Wurst, steht in der Sprechrolle des „Frosch“ im
legendären Operettenklassiker auf der Bühne. Mit einer modernen,
queeren Perspektive will Volksopern-Intendantin Lotte de Beer der
Operette frischen Wind einhauchen und gleichzeitig ein klares Zeichen
für Vielfalt setzen – gerade in einer Zeit, in der queeres Leben
international erneut vermehrt unter Druck gerät. In einer eigens
geschaffenen Textfassung wird die „Fledermaus“ zu einem
hochaktuellen, pointierten und humorvoll-bissigen Spiel über Liebe,
Identität und gesellschaftliche Normen.
Universum History: „Meilensteine queerer Geschichte – Verbotenes
Begehren“
Sigmund Freud und eine junge lesbische Wienerin, die sich nicht
verbiegen lassen will, stehen im Mittelpunkt einer „Universum
History“-Doku zur schwul-lesbischen Geschichte: Wien 1919. Die junge
Bürgerstochter Margarethe Csonka (Christina Cervenka) ist lesbisch
und wird von ihren Eltern zu Sigmund Freud (Karl Markovics)
geschickt. Er soll sie von ihrem „verbotenen Begehren“ einer
skandalumwitterten Gräfin und Prostituierten „heilen“. Doch Gretl
kämpft um ihre Liebe und führt den Psychiater an der Nase herum.
Freud kommt zum Schluss, dass Homosexualität weder geheilt werden
kann – noch geheilt werden muss. Der Film von Regisseur Fritz Kalteis
zeigt am Freitag, dem 12. Juni, um 23.10 Uhr in ORF 2, wie sich im
Wien und Berlin der Zwischenkriegszeit erstmals queeres
Selbstbewusstsein entfaltet – nur um bald darauf von den Nazis brutal
zerstört zu werden.
Universum History: „Meilensteine queerer Geschichte – Verfolgte
Liebe“
Josef Kohout aus Wien ist der erste homosexuelle KZ-Häftling, der
seinen Leidensweg öffentlich gemacht hat – wenn auch unter Pseudonym.
Sein Schicksal steht am Freitag, dem 19. Juni, um 23.15 Uhr in ORF 2
im Mittelpunkt von „Verfolgte Liebe“, des zweiten Teils der
„Universum History“-Serie über „Meilensteine queerer Geschichte“ von
Regisseur Fritz Kalteis. Gab es im Wien und Berlin der
Zwischenkriegszeit eine Hochblüte queeren Selbstbewusstseins, endete
mit der Machtübernahme Hitlers diese Illusion der Freiheit.
Homosexuelle Männer werden verfolgt, inhaftiert, gefoltert und auch
ermordet. Wie Tausende andere landet der schwule Josef Kohout nach
Monaten in Gestapo-Haft im KZ. Gebrandmarkt mit dem berüchtigten Rosa
Winkel liegen fünf qualvolle Jahre vor ihm. Kohout überlebt – und
seine Lebensgeschichte wird später unter dem Titel „Die Männer mit
dem Rosa Winkel“ zum Schlüsselwerk der zweiten schwul-lesbischen
Bewegung. Es ist nicht nur eine Abrechnung mit der Nazizeit, sondern
auch mit Österreich nach dem Krieg: Kohout wird von den Behörden eine
Entschädigung als NS-Opfer verwehrt.